Liebesgeschichten und Heiratssachen (2005)
Erwachsenentheater

Posse in 3 Akten von Johann (Nepomuk Eduard Ambrosius) Nestroy.

Eines der meistgespielten Nestroy-Stücke in einer Bearbeitung und Inszenierung von Heinz Mayer.

Originaltitel: Liebesgeschichten und Heurathssachen
Uraufführung: 23. März 1843, Theater an der Wien (42 Aufführungen)

Darsteller
 

Beate Bauer

Lucia Distl, ledige Schwägerin des Herrn von Fett

Katharina Bauer Kind der Wirtsleute
Thomas Bauer Kling, Sekretär des Marchese
Thomas Bauer jun. Kind der Wirtsleute
Franz Braindl Marchese Vincelli, alter Adel
Brigitte Bruck Die Wirtin
Michael Bruck Schneck, ein Landkutscher
Sophie Ehweiner Ulrike Holm, entfernt mit Herrn von Fett verwandt
Franz Haller Florian Fett, ehemals Fleischselcher
Maria Henkel Die Wirtin
Oskar Luger Georg, Lakai bei Fett

Karin Mühlberger

Fanny, Tochter des Herrn von Fett

Carina Scheuer Kind der Wirtsleute
Ernst Scheuer Der Wirt zum Silbernen Rappen
Sigrid Scheuer Kind der Wirtsleute
Albert Schneider Alfred, Sohn des Marchese Vincelli
Herta Schneider Die Wirtin
Helga Schwarz Philippine, Stubenmädchen
Denise Stich Kind der Wirtsleute
Gerhard Stockinger  Anton Buchner, Kaufmannssohn
Franz Josef Weiss Nebel
Fritz Weiss Ein Wächter
Theresia Weiss Kind der Wirtsleute
Produktionsteam
 
Heinz Mayer Bearbeitung und Inszenierung
Fritzi und
Theresia Weiss
Assistenz
Erni Weiss,
Maria Braindl
Maske und Kostüme
Tomas Fetty Bühnenbild
Franz Stockinger,
Robert Haller,
Peter Haller,
Thomas Bauer
Bühnenbau
Christoph Hahn,
Martin Wittmann
Musikalische Begleitung
Christian Pröglhöf Tontechnik und Licht
Anni Grameld Buffet, Leitung
Helga Schmoll, Zwettl Kostümverleih
Aufführungstermine
 
Samstag,  5.11.2005   19.30
Sonntag, 6.11.2005   16.00
Freitag, 11.11.2005   19.30
Samstag, 12.11.2005   19.30
Sonntag, 13.11.2005   16.00
Freitag, 18.11.2005   19.30
Samstag, 19.11.2005   19.30
Sonntag, 20.11.2005   16.00
Freitag, 25.11.2005   19.30
Samstag, 26.11.2005   19.30

ca. 2.000 Besucher

Zum Inhalt
 
Alter Adel und Geldadel, erstarrt in unfreiwilliger Komik, sind die Ausgangsbasis für ein lebendiges Durcheinandergetriebensein der Bühnenfiguren durch wahre und berechnende Liebe, blinde Eifersucht und dumme und starrsinnige Eitelkeiten.

Nestroy selbst spielte den Nebel, einen Habenichts und Tunichtgut, der unter Vorspiegelung falscher Tatsachen versucht, zu Geld und Ansehen zu kommen. Er kann es aber nicht verhindern, dass am Ende des Stückes trotz heftigster Intrigen einige glückliche Paare jenes Band knüpfen, von dem Nestroy sagt, "es ist das kürzeste an Raum und das längste an Zeit".

Nestroy karikiert in diesem Stück sowohl den dekadenten alten Adel, als auch die zu großem Vermögen gekommenen Neureichen, den so genannten Geldadel.

Die Handlung spielt in einem Dorfe in einiger Entfernung von Wien, teils in einem Gasthof, teils im Schloss des Herrn von Fett.

Kommentar
 

Dass sich die Theatergruppe Oberfellabrunn bei ihrer neuesten Produktion auch heuer wieder besonders viel Mühe gegeben hat, erkennt man schon an dem Umstand, dass das diesjährige Stück "Liebesgeschichten und Heiratssachen" zu den bisher längsten Inszenierungen in der Geschichte der Theatergruppe zählt.

Doch wie schon Seneca feststellte, kommt es bei einem Theaterstück nicht darauf an, wie lange es dauert, sondern wie gut es gespielt wird. Treffen nun glänzende Schauspieler in einem äußerst unterhaltsamen, liebevoll in Szene gesetzten Stück mit unzähligen Pointen (Neudeutsch: Gags) zusammen, dann entsteht jene Mixtur, die den Zuschauer von der ersten Sekunde an bis zum (virtuellen) Schlussvorhang in ihren Bann zieht, und die den Theaterabend unvergesslich macht.

Besonders gut gelungen ist heuer wie immer die Besetzung der meisten Haupt- und Nebenrollen. Dabei wurden die bewährten Stars des Ensembles durch einen Gast aus dem Waldviertel, Franz Braindl, genial unterstützt. Sehr erfreulich sind auch die glänzenden Leistungen des aufstrebenden Oberfellabrunner Theater-Nachwuchses.

Zum großartigen Erfolg des Stückes tragen aber nicht nur die feinen  schauspielerischen Leistungen, sondern ebenso das Bühnenbild, die Kostüme, die Maske, die musikalische Begleitung und die Lichtsetzung bei. Nicht zu vergessen die zahlreichen liebevollen Regieeinfälle, wie abstrakte Requisiten (überdimensionale Münzen, ...) oder der rituelle  Bühnenumbau, der ein eigenes Tück innerhalb der Aufführung ist.

Dass auch die Theatergruppe Oberfellabrunn nicht gegen die Tücken einer Premiere gefeit ist, zeigen die kleinen Pannen, die eine nach Perfektion strebende Produktion umso liebenswerter machen. So war es auch am Premieren-Abend des 5.11.: erst weigerte sich ein Requisite - eine Gitarre - standhaft mitzuspielen, dann spielte zuweilen die erste Reihe Mitte eine Hauptrolle - da saß nämlich die Souffleuse.

Abschließend gilt ein ganz besonderer Dank den Sponsoren des Projektes und den zahlreichen freiwilligen Helfern, die in unzähligen Arbeitsstunden die Realisierung dieses Projekt überhaupt erst ermöglicht haben.

Herzlichen Glückwunsch und "Toi, toi, toi" allen Mitwirkenden !

 
Zeitungsartikel
 

 

Bericht:
Wolfgang Obert

Fotos:
Wolfgang Obert
Katharina Winkler

 

 

Johann Nestroy
(1801-1862)

 

 

Bearbeitung/
Inszenierung
Heinz Mayer

 

 

Nebel
Franz Josef Weiss

 

 

Herr von Fett
Franz Haller

 

 

Marchese Vincelli
Franz Braindl

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  Fotogalerie

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